Dark Ocean - Cosmica (CD/2006)

25.03.2007 | Musik | Keine Kommentare

Progressive Symphonic Rock - CoCo Records

Dark Ocean - CosmicaSo, da sind sie wieder – die Classic Progger DARK OCEAN mit Teil IV ihres Sci-Fi-Märchens „Dark Ocean". Nach dem Trip durch „Oceana" erreichten sie auf Album III den Planeten „Paranoid", den sie aber nach turbulenten Erlebnissen auch schon wieder verlassen müssen. Vorerst finden die „Reisenden" eine neue Zuflucht auf dem geheimnisvollen „Cosmica". Doch Mastermind Conny Conrad wäre kein begnadeter Storyteller würde er das Geheimnis um diesen Planeten und ob die ‚Oceaner’ dort vielleicht sogar dauerhaft leben können jetzt schon lüften. Teil V ist also vorprogrammiert und laut Conny auch bereits in Arbeit.


Musikalisch bleiben sich DARK OCEAN mit ihrem eingängigen Symphonic Prog treu, verlagern sich von den Neo-Prog-Anteilen a la IQ und Arena etwas mehr hin zu Saga-ähnlichen Keyboardsounds und Gitarrenlines. Der Mainstream-Pop-Faktor ist erfreulicherweise stark zurückgegangen ohne dass die Massenkompatibilität darunter leidet. Das Album klingt gereifter, kompakter und durchgängiger als „Planet Paranoid".


Mit dem ersten Song ‚Back To The Stars’ brechen wir auf. Die nächste Reise in die Ungewissheit. Elly Wilsons tiefe, schwarze, teils leicht raue Stimme klingt in den ganz tiefen Stimmlagen leicht gewöhnungsbedürftig und dennoch zum imitierten Herzschlagrhythmus stimmig. ‚Seven Cosmic Gates’ ist ein eigenartiges Stück. Nahezu bei jedem zweiten Takt schiessen Fetzen „Das klingt doch nach..." durch den Kopf. Alles klingt seltsam vertraut und doch in dieser Kombination völlig neu. Etwa zur Hälfte des Acht-Minüters geht in die Instrumetal-Pur-Phase über. Da sind sie, die Genesis der Früh-Achziger! Im rhythmischen Background - unüberhörbar. Doch die darübergelegten Gitarrensoli sind sehr songdienlich arrangiert. So wird das ganze ein Guß, eine Woge auf der man sich entspannt dahintreiben lassen kann.


‚Message Of God’ erinnert in den ersten Takten an Hämmer wie ‚Fanfare For The Common Man’, schwenkt aber gleich in einen melodischen Rocksong um, der dem Vernehmen nach ein besonderer Liebling der Konzertbesucher ist. Der Titelsong ‚Cosmica’ ist mein persönliches Highlight Nr.1. Ein völlig durchgeknallter Anfang mit gregorianischen Gesängen (lest im Interview nach was Conny dazu verraten hat) und kräftigen Enya-Anleihen zu Piano-Klängen, bombastische Streicher, wieder Basic-Rhythm-Genesis und ein Elly, der alles gibt, was die Stimmbänder hergeben.


Dave Cousins von THE STRAWBS leiht DARK OCEAN für Bloodless Sun’ und ‚Skip To My Lou’ Stift und Stimme. Einfach klasse und immer angenehm zu hören! Sorry, aber ‚Skip To Me Lou’ hat in winzigen Details was von den typischen Roger Chapman-Songs, trotz des folkigen Touchs, den der Song ausstrahlt. Zum Schluß ist es Zeit für persönliches Highlight Nr. 2, ‚The Cosmica Suite’, das mit knapp sieben Minuten mindestens 10 Minuten zu kurz geraten ist. Ja, ich weiss, viele werden jetzt gleich losschreien ob des bombastischen symphonischen Gedöns. Suiten sind immer eine kleine Gratwanderung. Groß ist das Risiko auf der vorgelegten Schmalzspur auszurutschen. Ich gehöre selbst zu den eher skeptischen Hörern, was solche opulenten Epen betrifft. Umso höher darf Herr Conrad meine Begeisterung für diese Suite schätzen. Ein ähnliches Meisterwerk wie 'Nightwalkers' auf dem Vorgängeralbum. Da fehlt kein Fitzelchen an aufregender Opulenz. Das ist die Classic Rock meets Pop und classical Music in symphonischer Reinkultur, die Freunden dieses Genres eine wohlige Gänsehaut auf dem Rücken bescheren muss. Amen.

Tracklist:

01. Back To The Stars 7:52
02. A New Sun 4:32
03. Seven Cosmic Gates 8:43
04. The Cosmic Gate 3:44
05. Message Of God 3:50
06. Cosmica 6:47
07. Bloodless Sun 4:07
08. The Wise Men 6:33
09. The Night Came In 7:53
10. Why Does It Hurt 6:30
11. Skip To My Lou 7:12
12. The Casmica Suite 6:58
Gesamtspielzeit: 74:41 Min.

Line Up:

Conny Conrad - Guitars, Keyboards
Elly Wilson - Vocals
Eric Young - Bass
Mark Coughlan - Drums

Gastmusiker:

Dave Cousins (The Strawbs)- Vocals, Lyrics

Externe Links:

Dark Ocean
CoCo Records
Homepage Conny Conrad

Verwandte Einträge