Phideaux - Ghost Story-A Lullaby In Nine Movements (CD/2004)

06.04.2007 | Musik | Keine Kommentare

Progressive Rock, Psychdelic, Pop, Electronic - Bloodfish

PhideauxMit seinem zweiten Release ist PHIDEAUX ein beeindruckendes Album gelungen. Progressiver Rock mit Anleihen bei vielen Größen diese Genres. Ein Wilderer also? Wenn ja, dann auf jeden Fall im positiven Sinne.
Beim Opener ‚Everynight’ streift einen unwillkürlich die Erinnerung an David Bowies ‚Space Oddity’, aber auch Psychedelisches der frühen Pink Floyd spukt hier herum. Die Gitarrenparts hören sich an wie bei Beck’s ‚Loser’ geklaut - pardon - entliehen.

Erinnert sich irgendjemand noch an Al Stewarts Smasher aus den 70ern ‚Year Of The Cat’? ‚A Curse Of Miracles’ hört sich genau danach an, verwoben mit wundervoll melodischem Gitarrenspiel in bester Ray-Wilson-Acoustic-Manier. Easy Listening meets Progressive Rock.

Auch wenn der Songtext nicht unbedingt dafür spricht, so ist diese wunderbar sphärische und scheinbar nicht von dieser Welt stammende Melodie doch geeignet, die Seele in eine andere Dimension entschweben zu lassen und einen Kokon um sich zu spinnen, in dem sie etwas zur Ruhe kommen kann. ‚Kiteman’ ist die lückenlose Fortsetzung dieser Erholung, wenn er auch nicht wirklich zu heilen vermag.

‚Wily Creilly’ und ‚Beyond The Shadow Of Doubt’ kommen im urtypischen, traditionellen progressiven Gewand daher. Anleihen bei Transatlantic, The Flower Kings oder IQ sind unüberhörbar, doch absolut nicht störend, im Gegenteil. Bei Zweiterem jagen die balladesken Sequenzen der Akustik-Gitarre die Gänsehaut in Wellen über den Rücken. Keyboard und Drums sorgen mit, für diese Schublade typischen, Melodie- und Tempowechseln dafür, dass das Ganze nicht völlig im kitschigen Epos versinkt.

Die anrührende, in der Hauptsache von melancholischem Gesang und ruhigem Saitenspiel bestimmte Ballade ‚Universally’ stellt das absolute Highlight des Albums dar. Den Atem stocken lassen in der unendlichen, schmerzlichen Suche nach der anderen Hälfte seines Ichs, die man gefunden und für immer verloren hat und doch hin und wieder als Hauch wahrzunehmen glaubt.

Mit dem letzten Track ‚Come Out Tonight’ tut sich dann der Silberstreif am Horizont auf. Der (fioktive) Weg aus der tiefen Finsternis in hellere Gefilde und zum inneren Frieden scheint möglich.

Diese Scheibe ist durchaus psychedelisch, sphärisch, beruhigend und von der harten, irdischen Welt loslösend, aber auch wieder brachial und heftig auf den Boden der Tatsachen zurückreißend. Eine brillante Mischung also, wie es auch im richtigen Leben der Fall sein sollte.

Tracklist:

01. Everynight
02. Feel the Radiation
03. A Curse of Miracles
04. Kiteman
05. Wily Creilly
06. Beyond the Shadow of Doubt
07. Ghostforest
08. Universally
09. Come Out Tonight
Gesamtspielzeit: 50:47 Min.

Line Up:

Phideaux Xavier - Vocals, Guitar, Acoustic Guitar, Bass
Rich Hutchins - Drums, Gongs
Gabriel Moffat - Drum distressments, Textures, Decay, ambient Loops
Sam Fesnter - Bass
Mark Scherkus - Minimoog, Lead guitar, Organ, Piano, Synthesizer

Externe Links

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